Sport ist Teil meines Lebens, wenn nicht sogar mein Leben.Kevin

Erst das Seepferdchen, dann die Millionen: Angefangen mit dem Fußball habe ich mit viereinhalb Jahren. Ich wollte das unbedingt. Meine Mama hat gesagt, erstmal lernst du schwimmen. So hat sie mich zum Schwimmen motiviert. Ich habe also mit 4 Jahren schnell das Seepferdchen gemacht und noch Bronze hinterher, glaube ich. Danach durfte ich Fußball spielen. Ich stand von Anfang an im Tor. Das hatte sich ergeben, weil ich immer größer war als alle Anderen.

Vom Schulturnier zur alten Dame: Mit etwa 13 Jahren wurde ich dann bei einem Hallenturnier der Schule von einem Trainer der Hertha BSC gesichtet. Also bin ich mit knapp 14 Jahren auf die Oberstufe ins Gymnasium gewechselt und zu Hertha BSC in die Jugend. Von hier ab hieß es: Schule und Fußball. Mehr gab es nicht mehr. Schule bis Nachmittag, danach zum Training. Groß Wochenende gab es nie wegen der Spiele.Auswärtsspiele mit Fahrten von 2-3 Stunden nach Wolfsburg, zu Werder Bremen, zum Hamburger SV. Das war schon ein enormes Pensum.

Abitur gemacht, Führerschein gemacht, Koffer gepackt, ab nach Bremen: Und dann ging das immer so weiter. Irgendwann wurde ich in die Junioren-Nationalmannschaft eingeladen. Abitur gemacht, Führerschein gemacht, Koffer gepackt, ab nach Bremen. Werder Bremen wollte mich damals unbedingt haben. Von heute auf morgen alleine gewohnt, in eigener Wohnung, mit eigenem Auto, eigenem Haushalt –  Also das war schon anders. Aber es hat mich sehr sehr reifen lassen, sehr erwachsen gemacht.

Man  kann fast sagen, Ziel erreicht. Ab Werder Bremen ging im Prinzip die Zeit los, in der ich im Profibereich tätig war. Ich durfte bei den Profis mittrainieren und hab dann in der zweiten Mannschaft gespielt. Das  war eine riesige Erfahrung für mich, weil seit ich klein war, war das mein Traum: Profifussballer werden, Nationaltorwart am besten. In der U-Nationalmannschaft war ich Torwart und ich durfte bei den Profis von Werder Bremen mittrainieren also kann man fast sagen, dass ich mein Ziel erreicht habe.

Eine Frage der Ehre.Der nächste Verein war der Hamburger SV.Für viele im Norden ein ganz ganz schlimmer Transfer. Ich fand es enorm interessant, weil ich wieder bei einem Bundesligaverein in der Profimannschaft mittrainieren und in der zweiten Mannschaft spielen konnte. Ich durfte mit Rene Adler trainieren. Gerade in meiner Jugend hatte er den Höhepunkt seiner Karriere als Nationaltorwart vor Manuel Neuer. Ich wollte damals werden wie er und dann durfte ich mit ihm trainieren. Einmal hatte ich auch die Ehre mit im Bundesliga-Kader zu sein. Ein Auswärtsspiel gegen Augsburg. Wie viele waren da im Stadion? 40.000. Alleine das Aufwärmen, das auf der Bank Sitzen – diese ganze Stimmung mitzukommen. Ein Gänsehautmoment.

Es war dann wieder eine Kleinigkeit, woran es scheiterte, den letzten Schritt zu gehen. Im Prinzip war es so: Der HSV spielte um die Relegation. Wären sie abgestiegen in die zweite Liga, wäre das für mich wahrscheinlich gut gewesen. Sie sind aber drin geblieben. Besser für den Verein. Für mich persönlich aber schlechter.