Sport hat mir auf jeden Fall immer gezeigt, dass man genau das zurück bekommt, was man reinstecktRick

Ich war schon immer ein kleines Allround Talent was Sport anging. Meine Eltern haben mich ganz früh als ich klein war zum Leichtathletik gebracht. Da bin ich aber nicht lange geblieben weil mir das Gehüpfe (Hochsprung, Stabhochsprung) irgendwie zu skurril war. Aber Sprinten war mein Ding. Da gab es auf 50-100 Meter eigentlich fast keinen, der hinterhergekommen ist. Aber damals hat man noch nicht so weit gedacht, seinen Fokus mehr drauf zu legen. Letzten Endes war es ein sehr kurzes Intermezzo bei dem Sport. Dann ging weiter es weiter zum Schwimmen. Und man bedenke, dass ich in all den Jahren schon immer eigentlich mit Fussball hatte anfangen wollen. Aber das war meinen Eltern damals zu „gefährlich“. Nun gut. Also Schwimmen. Hier wurde ich recht schnell richtig gut, habe an Wettkämpfen teilgenommen, Medaillen gewonnen, aber irgendwie wurde ich mit der Disziplin Brustschwimmen  auch nie warm, was immer wieder zu einigen Disqualifikationen geführt hat. Und so richtig habe ich das Schwimmen auch nie gefühlt. Es hat mir nie 100% Spaß gemacht. Da bleiben dann natürlich auch die Verbesserungen aus. Irgendwann war ich dann alt genug und konnte meine eigenen Entscheidungen treffen, also ging es endlich zum gefährlichen Fussball.

,Hier hat mein Talent definitiv zu lange im Verborgenen geschlummert. Obwohl mein bester Kumpel und ich erst mit ca. 13,14 angefangen haben, gehörten wird immer sehr schnell zu den besten Spielern der Mannschaft. Fussballprofi werden war in der Zeit – wie bei vielen – der absolute Traum. Während der Pubertät habe ich dann aber den Fokus verloren. Partys und Alkohol, statt hart und fleissig auf dem Bolzplatz zu trainieren. Mit 17,18 kam dann außerdem das klassische Pumpen hinzu. Zwar hatte ich in dem Alter fussballerisch meine beste Leistung aber man hat durch den Kraftsport dann doch Einbußen in Sachen Beweglichkeit machen müssen. Plötzlich war „für die Mädels gut aussehen und einen Sixpack haben“ wichtiger als der Fussball. LEIDER. Bis heute kribbelt es in meinem Fuß, wenn ich einen Ball sehe. Naja und dann ging es mit 18 nach Australien für ein Jahr. Da war Hopfen und Malz verloren. 10 Monate kein Sport und nur Party und Alkohol. Und arbeiten natürlich…

Mit 100 Kilo (keine Muskelmasse) zurück in Deutschland habe ich mich dann wieder weiter auf den Kraftsport konzentriert. In der Zeit habe ich viel die Menshealth gelesen, um mich in Sachen Sport und Ernährung schlau zu machen. Und ich war eine ganze Zeit lang von dem Ziel „besessen“ auch einmal auf dem Menshealth Cover zu sein. Bisher vergeblich.

… und dann habe ich mich ungeplant für das Hyrox Finale in Berlin qualifiziert.

Nach Australien ging mein Studium los. Studiengang „Logistik und Handelsmanagement“. Fragt mich bitte nicht wieso. Auf jeden Fall habe ich das unglaublicherweise durchgezogen. Über Umwege bin ich dann bei Urban Heroes als Studioleiter gelandet, bin in der Zeit dort Trainer geworden und habe vergangenes Jahr dann endlich mein eigenes PT Studio zusammen mit meinem besten Kumpel und Physiotherapeuten aufgemacht.

Ich bin dem Kraftsport immer treu geblieben. Vor zwei Jahren gab es dann die erste Hyrox Competition, bei der ich durch das intensive Training bei Urban Heroes gut vorbereitet war (obwohl ich mich nicht explizit vorbereitet habe).

Für alle denen es noch kein Begriff ist : Hyrox ist ein Wettkampf bei dem jeder Läufer acht 1-Km Intervalle und zwischen jedem dieser Intervalle ein Workout aus dem Crossfit / funktional Training absolviert.

Naja und seit es diesen Wettkampf gibt, nehme ich mir jedes Mal vor mich DIESMAL ordentlich vorzubereiten, was nie passiert ist. Ich war dann dieses Jahr in Miami zum Hyrox und habe mich „ungeplant“ für das Finale in Berlin qualifiziert. Jetzt bin ich natürlich heiß.

Um ganz ehrlich zu sein war Miami war für mich in erster Linie als Urlaub gedacht, bei dem Hyrox eine nette Nebensache darstellen sollte. Mit den wohl krassesten Mädels aus Hamburg in dieser Disziplin (Hyrox) bin ich dann an den Start gegangen, mit der Intention das Race einfach nur zu überstehen. Ich hatte die Jahre zuvor in Hamburg auch immer schon mitgemacht. Richtig vorbereitet war ich aber nie. Dieses Mal soll es anders sein! Im Endeffekt war es dann aber eine sehr gute Platzierung (geschuldet durch die noch recht geringe Teilnehmeranzahl in Miami;)) und so hatte ich das Ticket für Berlin dann in der Tasche. Die Stimmung war trotz der verhältnismäßig wenigen Zuschauer der Hammer. Bei Sonne, Strand, Meer und Miami Vibes geht aber auch alles (inkl. Sport) etwas leichter von der Hand. Nach Runde 2 kam aber der klassische Moment in mir auf wo ich dachte. „Ach du Scheiße, 6 Km und 6 Übungen noch. Warum tue ich mir das eigentlich an?“

Mir hilft es in solchen Momenten aber immer zu sagen, dass ich freiwillig hier bin und das ganze Spaß machen soll. Ein Lächeln auf die Lippen und schon fällt alles leichter. Es gibt Menschen die ganz anderes durchmachen müssen; also aufhören zu jammern und Arschbacken zusammenkneifen.

Wer selbst schon an Wettkämpfen teilgenommen hat, weiß was das für Gefühle in einem auslöst.

Ich finde diesen Moment einfach immer mega geil, bei dem auf einmal alle Reserven freigesetzt werden, von denen man dachte sie wären schon längst aufgebraucht. Auf einmal tragen einen die Beine wie von alleine. Das hängt natürlich aber auch von der Tagesform, der Vorbereitung und den eigenen Stärken ab. Am meisten reizt mich am Wettkampf aber zu sehen, wie man sich im Vergleich zur letzten Teilnahme und den anderen Athleten verbessert.

Ich trainiere gerne für mich alleine, weil ich hier niemandem etwas beweisen will oder muss außer mich am Ende des Training vor mir selbst rechtfertigen zu müssen, ob ich alles gegeben habe. Alles andere löst zu viel Druck und Stress in mir aus. Aber wenn es um die Competition geht, wäre es gelogen zu sagen “ich will nur besser sein als beim letzten mal.” Natürlich trete ich jetzt auch an, um möglichst viele hinter mir zu lassen.

„Gebe einer Person einen Fisch und er ist satt für den Tag. Bringe ihm das Angeln bei und er ist satt für immer.“

Wenn ich nicht selbst trainiere, trainiere ich andere. Ich probiere dabei jeden ganz individuell dort abzuholen wo sie gerade sind und natürlich letztendlich dort hinzubringen wo sie hin wollen. Da muss man manchmal ganz schön bohren – denn was sind überhaupt die wirklichen intrinsischen Ziele? Je selbstbezogener und klarer die Ziele, desto besser lässt sich der Weg dorthin planen. Und desto besser sind auch die Ergebnisse. Mein persönliches Ziel ist es dabei, meinen Kunden mit auf den Weg zu geben, worauf es beim Sport zur jeweiligen Zielerreichung ankommt, sodass sie idealerweise ohne mich auskommen.

Die Idee zum eigenen Studio entstand etwa vor 10 Jahren. Schon damals habe ich mit einem meiner besten Kumpels, und jetzigem Kollegen, geflaxt, dass wir irgendwann mal ein eigenes Studio haben wollen. Wir fanden die Idee super, einen Ort zu schaffen an dem wir aus unseren Kunden und uns das Maximum in Sachen Sport und Gesundheit rausholen können. 10 Jahre später – und wir haben uns diesen Traum mit dem Apartment N° 11 in Hamburg erfüllt.

Mein schönstes Erlebnis als Trainer ist immer wenn der Kunde stolz in die Spiegel schaut und feststellt, dass das Hemd am Bauch auf einmal wieder passt, an den Ärmeln aber nicht mehr. Und das Feedback, dass der Sport für einstige Sportmuffel fundamental geworden ist, um sich auch in allen anderen Bereichen besser zu fühlen.

Auch für mich persönlich kann ich sagen, auch wenn Sport schon immer ein fester Bestandteil meines Lebens war und ich daher keinen Vergleich habe, dass es mehr Wohlbefinden und Disziplin in allen Lebensbereichen mit sich gebracht hat. Mir war es immer wichtig, dass der Sport nicht zu kurz kommt und ich mir meine eigene Meinung zu gewissen Themen bilde und nicht einfach jeden Trend mitmache. (Der Hyrox Hype hat mich dann aber doch erreicht :P)

Sport ist mein Ausgleich.

Ich liebe es einfach still und heimlich, nur für mich alleine, an meine Grenzen zu gehen. Das Gefühl danach, alles gegeben zu haben. Ich glaube im Leben gibt und bedarf es immer Gegenspieler. Anstrengung – Pause. Erfolg – Misserfolg. Und eine verdiente Pause kann für mich nur dann erfolgen und genossen werden, wenn ich mich vorher völlig verausgabt habe.

Sport hat mir auf jeden Fall immer gezeigt, dass man genau das zurück bekommt, was man reinsteckt. Du trainierst halbherzig? Dann wirst du nur halbherzige Ergebnisse erzielen. Es gibt dir direktes Feedback. Wie das Leben.