Sport hat mich viel über mich selbst lernen lassenDominic

Ich brauchte schon immer die Bewegung, da ich einfach zu viel Energie hatte. Angefangen habe ich im Kindesalter mit Tischtennis und Schwimmen im Verein. Nebenbei habe ich auf dem Bolzplatz bei uns im Ort mit Freunden regelmäßig gekickt. Später habe ich dann sogar mit Freunden eine Mannschaft gegründet, da der Verein im Ort noch keine A-Jugend Mannschaft hatte. Im ersten Jahr haben wir regelmäßig die Hütte voll bekommen. Im zweiten Jahr sind wir dann sogar Meister in der Klasse geworden. Ich war immer glücklich, wenn ich Sport gemacht habe, habe Freunde kennengelernt und war dadurch immer ausgeglichen.

Sport hat mich viel über mich selbst lernen lassen. Einerseits meine Rolle imTeamsport zu finden und Verantwortung zu übernehmen. Andererseits mich als Einzelkämpfer selbst zu motivieren und an meine Grenzen zu gehen. Sport stärkt den Charakter!

Das Laufen habe ich schon recht früh für mich entdeckt. Einfach um die Bewegung zu haben. Schon bei den Bundesjungendspielen habe ich zu den Ausdauerndsten gehört. Im Fußballverein wurde ich Galopper genannt, wegen meiner Ausdauer.

Irgendwann während des Studiums habe ich an Volksläufen teilgenommen -meist nur 6km. Einen Marathon wollte ich zu dem Zeitpunkt nie laufen. Eigentlich hat sich das alles dann irgendwie so ergeben. Ich war regelmäßig 3-4 mal die Woche für mich laufen und hatte dann mit Problemen an der Achillesferse zu kämpfen.

Mein Physio in Wien hat sich der Verletzung angenommen und hat gleichzeitig auch mit mir an meiner Fußstellung gearbeitet. Ich musste 6 Monate lange exzentrische Übungen und viel Stabi machen. Nachdem meine Verletzung abgeklungen war, hat mein Physio mir eine Laufgruppe in Wien empfohlen, die jeden Dienstag Lauf ABC machen sollte. Dank dieser Laufgruppe laufe ich mittlerweile auf dem Vorfuß und habe eigentlich meinen kompletten Laufstill verbessert und laufe viel ökonomischer. Da ich mich mit ein paar Leuten aus der Gruppe angefreundet habe, bin ich dann auch Sonntags bei den langen Läufen – meist 18km – mitgelaufen.

Dieses Gefühl beim Laufen ist unbezahlbar.

Laufen kann am Anfang beschwerlich sein und so gar keinen Spaß machen. Man muss regelmäßig laufen und auch etwas durchhalten. Irgendwann erreicht man einen Punkt, an dem sich Laufen wie Fliegen anfühlt – einfach nur leicht. Und wenn man dann noch trainiert ist und seinen Körper gut kennt, dann spürt man diese Kraft und Energie, die man auf den Asphalt bringen kann. Und dieses Gefühl ist unglaublich.

Als ich von Wien nach Frankfurt gezogen bin, wollte ich wieder mit einerLaufgruppe laufen und bin dann relativ schnell bei den Adidas Runners gelandet. Es war von Anfang an eine extrem gute Stimmung und man hatte von ambitionierten Läufern bis Anfänger alles dabei.

Mittlerweile bin ich Crew Runner bei Adidas und es ist unfassbar schön meine Leidenschaft für den Sport an andere weiterzugeben. Zu sehen, wie eine Laufanfängerin innerhalb von 2 Jahren den Ehrgeiz und die Leidenschaft entwickelt auch einen Marathon anzugehen. Man sagt ja auch, dass Laufen verbindet und genau so ist es auch! Als Läufer ist man auf der einen Seite Einzelkämpfer, aber in der Gruppe stehen viele andere Läufer hinter dir undunterstützen dich.

Mein schönstes Erlebnis mit dieser Community war die Adidas Runners City Night in Berlin. Zu diesem Event sind Läufer aus der ganzen Welt gekommen – Tokyo, New York, Zürich. Alle waren dabei und haben zusammen gefeiert. Durch diese Events sind auch viele internationale Freundschaften entstanden. Ich denke, das ist das das schönste Geschenk, den mir dieser Sport und diese Community machen konnte.

Ich bin mental extrem stark geworden.

Vor ein paar Jahren wollte ich nicht mal einen Marathon laufen und jetzt will ich mich für den Ironman in Frankfurt in 2021 anmelden. Gerade beim Laufen habe ich mich unglaublich schnell entwickelt und konnte meine Ziele erreichen. Knowledge is King. Ich habe mir alles was ich über das Laufen und Training weiß selbst angeeignet. Durch Bücher, Podcasts, Youtube und andere erfahrene Läufer habe ich mir in den vergangenen Jahren ein breites Wissen zugelegt und schreibe mittlerweile auch anderen Läufer Trainingspläne und unterstütze sie in der Trainingssteuerung.

Als Vorbereitung auf den Ironman werde ich dieses Jahr noch 70.3 in Luxemburgund Zell am See mitnehmen. Ich habe großen Respekt davor, aber kann es gleichzeitig kaum abwarten mir diesen Traum zu erfüllen – zu leben. Für mich ist der Ironman die Königsdisziplin, die wirklich alles von einem abverlangt und darin liegt auch der Reiz für mich. Ich finde es eine große Hingabe, da man auf vieles verzichten muss und auch sein soziales Leben definitiv vernachlässigt.

Ich habe mittlerweile einen Trainingsplan der in der APP TrainingPeaks eingespielt ist. Die APP ist wirklich praktisch, da zum Beispiel meine Radeinheiten direkt in ZWIFT für meinen Rollentrainer eingespielt sind. Letztendlich muss ich die Einheit „nur“ noch abfahren. Ich sehe auf einen Blick die Wochenstunden und meine Einheiten werden über Garmin oder Wahoo direkt synchronisiert und verglichen.

Letztendlich sollte man schon mal eine Mitteldistanz im Triathlon gemacht haben. Das Training für den Ironman startet 9 Monate vor dem Event und ist in 3 Blöcke aufgeteilt – BASE, BUILD und PEAK. Jeder Block dauert 3 Monate und ist gespickt mit Lauf-, Schwimm- und Radeinheiten. Zum späteren Zeitpunkt baut man dann auch noch sogenannte Brick Sessions ein, bedeutet man geht erst Radfahren und im Anschluss direkt laufen. Die Woche ist in meist 3 HIT Einheiten aufgeteilt und der Rest in LIT Einheiten. Natürlich dürfen Rumpf- und Stabiübungen nicht fehlen. In der Woche trainiert man beginnend mit 8,5 Stunden bis hin zu 12,5 Stunden und mehr.

Neben dem Training muss man sich natürlich auch mit Ernährung und Rennstrategie beschäftigen. Zudem braucht einen Trisuit, ein Rennrad/Zeitfahrrad, einen Neoprenanzug usw. Daher muss man sich auch frühzeitig um das Material kümmern und sich entsprechend erkundigen. Es bedarf also viel Vorbereitung.

Aber am Ende zu sehen, was dein Körper und dein Wille alles leisten können, macht mich absolut frei und glücklich. Ich lerne beim Sport so viel über mich selbst – immer dann, wenn ich meine Grenzen verschiebe und mich außerhalb meiner Komfortzone bewege.