Deshalb laufe ichPaula

Die letzten Meter nutze ich zum Auslaufen, stütze meine Arme in die Taille und atme tief durch.

Durch die Blätter dringen Sonnenstrahlen. Mit jedem neuen Schritt knistert das Laub unter mir.

Vögel zwitschern in den Bäumen. Hier, etwas am Rande Berlins, laufe ich am liebsten. Ich genieße diese Stille beim Joggen im Wald. Wenn ich in der Stadt meine Runde drehe, dann habe ich meist Musik auf den Ohren. Aber hier möchte ich einfach nur die Natur spüren. 

Laufen ist für mich der perfekte Ausgleich.

Ich arbeite bei einem Venture Capitalist. Unsere Firma unterstützt Start-Ups in der frühen Phase. Da gibt es partiell auch mal längere Arbeitszeiten und gerade in diesen Phasen ist es natürlich wichtig den Kopf auch wieder frei zu bekommen. Manchmal ziehe ich mir dann in der Mittagspause die Laufschuhe an und drehe eine Runde im Tiergarten. Dabei kann ich wunderbar meine Gedanken ordnen: Was habe ich heute schon geschafft, an was muss ich noch denken?

Aber jetzt ist Wochenende. Ich habe frei und drehe meine Runde im Wald.

Es geht ein Stück bergauf und dann lege ich einen kurzen Treppensprint ein. Schön gleichmäßig atmen. Oben angekommen laufe ich um die Kurve und danach am Wasser entlang.

Ich habe immer schon gerne Sport gemacht. Als Kind konnte ich aber einfach nicht damit umgehen, wenn die anderen besser waren als ich. Dann fühlte ich mich eingeschüchtert und habe mich zurückgezogen. Heute ist das zum Glück anders. Wettbewerb steht für mich nicht im Vordergrund. Ich mache das einfach für mich. Und ja: Sport hat mir schon aus einigen Tiefen wieder herausgeholfen.

Jetzt ziehe ich das Tempo an. Und spüre wie mein Puls schneller wird. Immer schön aufrecht bleiben. Einatmen – Ausatmen – Blick nach vorne.

Das Gute beim Laufen ist:

Man kann es überall machen. Ich ziehe mir nur die Laufsachen an und los geht’s! Klar, manchmal fällt mir das auch schwer. Es ist nicht so, dass ich jeden Tag aufstehe und sage: „Heute mache ich nichts lieber als Laufen zu gehen.“ Diese Tage gibt es und da muss man sich selbst motivieren. Mir hilft dabei die Routine: irgendwann gehört es einfach dazu. Man weiß dann einfach, dass man sich nach dem Sport besser fühlt, dass man ausgeglichener und befreit ist.

Die Sonne steht bereits tief.

Es dämmert. Nur noch über die Brücke, dann bin ich am Ziel. Die letzten Meter nutze ich zum Auslaufen, stütze meine Arme in die Taille und atme tief durch. Ich schließe kurz die Augen und genieße den Moment. Die nächsten Herausforderungen können kommen!