Traumjob: Hab ich!Nada

Ich hielt einen Moment inne. Es war ein langer Weg, den ich bis hierhin zurückgelegt habe…

„Jetzt hast Du es geschafft!“
Das war mein erster Gedanke als ich von meinem neuen Job erfuhr.
Ich hielt einen Moment inne. Es war ein langer Weg, den ich bis hierhin zurückgelegt habe…

„Sport gehört einfach dazu“,
das sagte uns mein Vater immer.
Und so wuchs ich als Kind ganz selbstverständlich damit auf. Damals habe ich viel ausprobiert.

Ich bekam die Nummer 10.
Handball wurde meine erste richtige Leidenschaft.
Ich war sehr schlank, eigentlich nicht die typische Kreisläuferin, dafür war ich durchsetzungsstark und so konnte ich auch am Kreis punkten. Ich war ehrgeizig und wollte das Maximum aus mir herausholen.

Doch das allein war nicht meine einzige Motivation.
Das Zusammensein mit den Mitspielerinnen und Trainern. Einfach der menschliche Kontakt. Das gab mir unglaublich viel. Und eins stelle ich in der Rückschau immer wieder fest:
Handball hat mir viel beigebracht.
Teamgeist, Respekt und dann gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Das sind Werte, die ich aus dieser Zeit für mich mitgenommen habe. Vielleicht war das auch der Grund, weswegen ich in meiner Jugend nie zu den „Cool-Kids“ gehören wollte.
Denn der Handball zeigte mir, dass auf dem Spielfeld alle gleich sind.

Als ich meine Schulzeit beendet hatte, war mir klar, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf machen werde.
Ich begann ein Sportstudium an der Humboldt-Universität Berlin.

Etwa zur gleichen Zeit betrat ich auch das erste Mal ein Fitnessstudio.
„Was sind das denn für Leute hier?“, dachte ich mir. Die muskulösen, schwitzenden Typen haben mich erst etwas eingeschüchtert.
Doch ich ging wieder hin. Und mit jedem Training nahm ich die anderen Leute weniger wahr.
Ich machte mein eigenes Ding und spürte, dass ich mich von Mal zu Mal immer besser fühlte.
Wie gezielt man jeden einzelnen Muskel trainieren konnte, die Perfektion bei der Übungsausführung, all das faszinierte mich.
So entdeckte ich meine Liebe für den Fitnesssport.

Nach Abschluss des Studiums machte ich mich selbstständig.
Seitdem bin ich Trainerin und glaube fest daran, dass Menschen merken, wenn jemand seinen Beruf liebt.

Denn beim Fitnesstraining ist es wie beim Dating:
Wenn man sich gut versteht, sieht man sich gerne wieder. Und ich bin überzeugt davon, dass viele meiner Klienten mich gerne wiedersehen.

Ja, ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe.
Ich bin inzwischen Trainerin bei NIKE, mit der Aufgabe, die gesponserten Stars fit zu halten. Das ist für mich die Bestätigung der harten Arbeit. 

Doch nach wie vor liebe ich meine Arbeit mit Menschen aus dem Alltag. Denn mit der Zeit ist mir etwas klar geworden:
Persönlicher Erfolg ist wichtig. Aber ab einem gewissen Zeitpunkt sollte man den Blick auch wieder zurück wenden.

Dort trifft man auf Leute, die vielleicht noch nicht so viel erreicht haben. Menschen, die vor Hindernissen stehen, welche ich bereits überwunden habe.

Und diesen Personen sollte man dann die Hand ausstrecken.
Und eine Inspirationsquelle für sie sein.