Keine AusredenMona

„So, Los geht’s! Du kommst jetzt mit mir zum Training. Du hast zehn Minuten Zeit dich anzuziehen“, sagte Nada zu mir. Ich durfte gerade noch Zähne putzen und dann musste ich los.

„So, Los geht’s! Du kommst jetzt mit mir zum Training. Du hast zehn Minuten Zeit dich anzuziehen“, sagte Nada zu mir.
Ich durfte gerade noch Zähne putzen und dann musste ich los.

Das war im Oktober vor genau vier Jahren, als Nada mich das erste Mal mit zum Training nahm.
Nada war da gerade 29 Jahre alt und wohnte zu dieser Zeit bei uns zu Hause. Für mich war sie schon immer so etwas wie eine große Schwester. Sie ist eine enge Freundin unserer Familie.

Nadas Job ist es, andere Menschen fit zu machen und das war mein großes Glück, denn ich hatte davor jahrelang keinen Sport gemacht.
0,0%.
Zu viel Zeit am Schreibtisch.
Zu viel Zeit, um Ausreden zu finden.

Früher war ich sehr sportlich.
Ich turnte lange im Verein (TSV Tempelhof-Mariendorf). Doch irgendwann hat sich bei mir der Trott eingeschlichen und Sport spielte im Alltag keine Rolle mehr.

Da stand ich dann also im Gym mit Nada und ihrer Trainingsgruppe. Die Teilnehmerinnen – alles Frauen – waren alle in einem ganz unterschiedlichen Alter. Manche waren doppelt so alt wie ich. 
Ohne richtige Sportsachen, gerade erst aufgestanden und komplett ohne Trainingsschuhe, muss ich ausgesehen haben wie Jemand, der sich an Karneval als Sport-Clown verkleidet hat.

Dann begann das Training.

Die nächsten anderthalb Stunden habe ich nur vage in Erinnerung. Ich kann mich noch erinnern, dass es lauter wurde und Nada auch mal ein bisschen rumbrüllte. Das nächste an was ich mich wieder gut erinnere, ist der Muskelkater am Tag danach.

Mir tat alles weh!

Ich saß am Schreibtisch und lernte für die nächsten Klausuren und trotz der Schmerzen konnte ich es gar nicht erwarten, das nächste Mal mit Nada zum Training zu gehen.

So kam es dann auch am Tag darauf.
Wieder die gleiche Gruppe, wieder die gleiche Anstrengung, allerdings war ich danach schon etwas weniger kaputt als beim ersten Training.
Es machte mir so viel Spaß, dass ich es wieder und wieder tat. Ich ging immer wieder hin und machte schließlich fast jeden Tag Sport.

Ich nahm bei Bootcamps teil, wo wir drei Tage hintereinander von morgens bis abends trainierten. Gerade die Teamtrainings faszinierten mich. Es war neu für mich, wie sehr einen das gemeinsame Training in der Gruppe motiviert.
Nada war streng und brüllte immer wieder mal.

Aber sie ist eben auch eine Person, die dich bei deinen Zielen unterstützt und dir Selbstbewusstsein schenkt.
Wenn sie laut wird, dann nicht, weil sie böse ist. Man selbst denkt, ich kann eigentlich nicht mehr, aber dann ist da noch Jemand, der dir zeigt:
Du kannst es doch! Mach doch einfach weiter. Und zeig den anderen hier, dass du es kannst.

Das war jedes Mal auf’s neue ein unglaubliches Gefühl.

Jeder braucht für sein Training eine Nada!