Mentales Training ist für mich ein großes Thema.Kevin

Meine Leidenschaft für FIFA hat schon ganz früh begonnen. Ich war schon immer fußballbegeistert und daher lag es nahe, dass kein Weg an FIFA vorbeigeht. Ich habe es geliebt gegen meine Freunde anzutreten. Anfangs habe ich sogar noch am PC gespielt – das ist also wirklich schon eine Weile her. Da habe ich in der Electronic Sports League gespielt. Mir wurde relativ schnell klar, dass es das Spiel sein würde, welches ich professioneller angehen wollte. Ich habe an diversen Turnieren teilgenommen und auch recht gut performt.

Es kam irgendwann eins zum anderen und einige Teams sind durch meine Leistung auf mich aufmerksam geworden. Dann ging alles ganz schnell und ich hatte 2010 mein erstes Team mit dem ich direkt in die ESL Pro Series aufgestiegen bin. Ich gewann dann sogar den Rookie of the Season Titel in meinem ersten Jahr…. Und was soll ich sagen. So hat alles dann seinen Lauf genommen. Wie man professioneller eSportler wird kann ich allerdings nicht ganz beantworten. Bei mir war es eine Mischung aus Fleiß und natürlich auch Glück, dass man eben entdeckt wird. Aber wer ebenfalls hartnäckig dranbleibt, wird irgendwann belohnt – wie bei allem eigentlich. Ohne Fleiß, kein Preis. Ich darf, neben meinem „richtigen“ Job als IT-Kriminaltechniker, heute den 1. FC Nürnberg in der virtuellen Bundesliga vertreten.

Jetzt bin ich eSportler.

Also ein Spieler, der bei einem Verein oder einer Organisation unter Vertrag steht und mit seiner Tätigkeit im eSport dort Geld verdient. Ich spiele also im virtuellen Wettkampf gegen andere in der Fußball Bundesliga.

Auch wenn viele das noch ein wenig mit einem Augenzwinkern verstehen, ist eSport für mich ebenfalls ein Sport, da er viele Aspekte des herkömmlichen Fußballs beinhaltet. Außerdem stehen auch bei mir, wie bei dem realen Sport, mentale Stärke und Nervenbelastung auf der Tagesordnung. Mentales Training ist für mich ein großes Thema. Ich probiere mich auf diesem Gebiet immer weiterzubilden und neue Sichtweisen und Ansichten zu bekommen. Ich lese viel und auch online findet man super viele Podcasts zu diesem Thema! Sehr spannend. FIFA ist eben auch ein Mindgame, da ist mentale Stärke ein großer Punkt auf dem Weg an die Spitze.

Ich verstehe natürlich, dass die da Meinungen auseinander gehen, denke aber, dass die meisten einfach zu weit weg von der Thematik sind, um sich eine Meinung bilden zu können. Natürlich ersetzt der eSport keinen realen Sport im Leben, darüber sind wir uns alle einig. Trotzdem bringt er Aspekte mit, die mit dem echten Sport übereinstimmen und nicht von der Hand zu weisen sind und ist nicht nur „zocken“. Für mich ist es zum Beispiel der Teamgedanke, der online wie offline vorhanden ist und es zu dem macht was es ist. Es muss ja einen Grund geben, wieso es so viele Menschen gibt, die sich jedes Jahr um das neue FIFA Spiel „prügeln“ und mit ihren Freunden bei einem Turnier messen. Als professioneller eSportler kann ich da, wie bei allen anderen Sportarten auch, übrigens nur sagen dass die Übung den Meister macht. Wer ernsthaft Interesse daran hat, daraus mehr als nur ein Hobby zu machen. muss ständig an sich arbeiten. Fehler analysieren und besser machen. Das ist – wie bei allem – der Weg sich selbst stetig zu verbessern. Auch ich kann mich davon nicht ausnehmen und trainiere aktuell 3 bis 4 Stunden am Tag nach der Arbeit. Anders geht es nicht. Sonst werde ich abgehängt und kann nicht mithalten.

Ich hab dafür auch eine Art Mentor, der sich die Spiele anschaut und mir Tipps gibt was ich wie besser machen kann. Ansonsten sieht mein Training so aus, dass ich manchmal in der Trainingsarena spiele, alte Spiele von mir analysiere oder eben gegen andere eSportler spiele.

The Sky is the Limit

Wie das alles weiter geht kann ich nicht sagen. Ich habe mir keine festen Ziele gesetzt sondern möchte einfach das Maximum herausholen und arbeite hart dafür um das auch zu erreichen.

Für wichtige Spiele und Turniere schaue ich mir vorher auch oft den Gegner an und analysiere seine Taktiken und überlegen mir Gegentaktiken wie ich den Gegner knacken kann. Ich habe den absoluten Drang immer besser zu werden… und ich hasse Niederlagen.

Niederlagen sind auch ein gutes Stichwort wie ich zu FIFA gekommen bin. Ich habe früher selbst lange Fußball gespielt. Ich war Torwart. Aber mehrere Verletzungen haben mich immer und immer wieder zurückgeworfen, weswegen ich mich dann irgendwann auf den virtuellen Fußball beschränkt habe. Natürlich war dennoch immer der große Wunsch mal für einen richtigen Fußballverein zu spielen. Aber als ich dann von dem Interesse vom FCN gehört habe, war ich direkt Feuer und Flamme und bin es bis heute. Der FCN hat einen richtigen Fan mit mir dazugewonnen.