Mein Weg begann sehr klassisch…Chris

Meine Eltern haben schon immer großen Wert darauf gelegt, dass ich Sport mache und so habe ich, wie wahrscheinlich jedes Kind in Deutschland zu dieser Zeit, meine Wurzeln im Kinderturnen und Schwimmen. Später ging es dann mit Fußball und Ju-Jutsu weiter.

Mit 14 habe ich Basketball für mich entdeckt. Ich habe damit „meinen“ Sport gefunden. Mein großer Bruder hat zu dieser Zeit bereits gespielt und konnte mir auf dem Freiplatz ein paar Dinge beibringen. Als ich dann mit meinem besten Freund im Verein angefangen habe, habe ich mich sofort in den Teamgeist verliebt. Wir waren alle untereinander befreundet, wir waren quasi ein eigener Freundeskreis. 12 Jahre lang hat mich dieser Sport, der übrigens das schönste Spiel auf dem Planet ist, begleitet.

Aufzuhören war eine der schwierigsten Entscheidungen meines Lebens. Es kamen am Ende viele Gründe zusammen. Der wichtigste war allerdings, dass es mir einfach nicht mehr so viel Spaß gemacht hat. Der damalige Coach, das Teamgefüge, Trainingszeiten und immer weiter steigende (zeitliche und energetische) Anforderungen im Beruf – es hat einfach nicht mehr gepasst.

Ich erinnere mich aber noch gut und gerne an mein letztes Spiel. In der Halle hing ein brandneues Werbeplakat mit einem riesigen Bild von mir. Perfektes Timing also. Den Tag zuvor hatte ich endgültig entschieden vorerst aufzuhören.

Es hat sich erstmal komisch angefühlt aufzuhören, da Basketball über so viele Jahre meine größte Leidenschaft war und ein großer Teil meiner Identität. Letztendlich habe ich mich aber recht schnell an das Leben ohne das Spiel gewöhnt, was bestimmt auch daran lag, dass ich den Sport zum Ende hin eher als „Pflicht“ oder „Bürde“ angesehen habe.

Während meiner aktiven Zeit fing ich nebenbei an Krafttraining zu betreiben. Auch hier wurde ich wieder von einem Freund mitgenommen, der mir ein paar Übungen gezeigt hat. Seitdem ich 17 bin mache ich das nun. Damals sicher auch, weil ich als Jugendlicher sehr unzufrieden mit meinem Körper war und generell Probleme mit meinem Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein hatte. Außerdem schaden ein paar Muskeln beim Basketball auch nicht. Besonders wenn man groß ist, oder, wie ich zu der Zeit, einen massiven Wachstumsschub hat. Ich wollte besser aussehen und meine Leistung verbessern. Mein Aussehen war zu der Zeit tatsächlich meine größte Motivation. Und als ich von meinem Umfeld auf die ersten Veränderungen angesprochen wurde, hat sich das natürlich extrem gut angefühlt.

LOVE YOUR PROCESS.

Aktuell will ich einfach nur „fit“ sein. Dafür musste mir erstmal klar werden was „Fitness“ überhaupt für mich bedeutet. Nachdem ich schon einiges ausprobiert habe, bin ich jetzt an dem Punkt, wo ich mir das Beste aus alle Konzepten zusammensuchen kann.

Ich trainiere viel freier als zuvor und probiere meine Grenzen auf verschiedene Arten zu pushen und meine Körper auf verschiedene Weisen zu spüren. Dabei muss das „spielen“ immer einen Platz haben. Besonders in der jüngeren Vergangenheit habe ich mich immer religiös an Trainingspläne gehalten – ohne links und rechts zu schauen und habe dadurch die Leichtigkeit des Seins im Training verloren. Im Moment will ich das also wieder lernen, körperlich und mental belastungsfähig und widerstandsfähig sein. Kurz gesagt: Training soll mir einfach Spaß machen und mich so beflügeln, dass es mir auch außerhalb vom Gym Auftrieb und Energie gibt.

Natürlich habe ich dennoch rein „technische“ Ziele und will mich auf den Ebenen der Kraftausdauer, Ausdauer etc. verbessern. Ziel NUMMER 1 sollte es aber für JEDEN sein, seinen eigenen Prozess des Trainings zu lieben. Deswegen sagen wir bei MTMT auch immer wieder: LOVE YOU PROCESS.

Ich muss mich ja abends auch nicht zum Zähneputzen motivieren.

Ich bin (wie wir alle) ein absolutes Gewohnheitstier. Ich habe feste Trainingstage und auch meine Trainingspartner sorgen dafür, dass ich einfach trainiere – egal ob ich gerade einen guten oder einen schlechten Tag habe. Ich muss mich ja abends auch nicht zum Zähneputzen motivieren. Wieso sollte ich mich also zum Training motivieren müssen? Klingt vielleicht blöd, aber so denke ich darüber. Ich weiß, dass es gut für mich ist und gefestigte Gewohnheiten hinterfragt man irgendwann nicht mehr. Außerdem halten mich meine Trainingspartner immer automatisch accountable. Zu 99% trainiere ich in der Gruppe. Es macht einfach mehr Spaß, man kann ich gegenseitig motivieren, voneinander lernen und austauschen. Dieser Austausch ist für mich mit das Wichtigste, um ein wirklich guter Coach zu werden.

Für mein Training habe ich viele kleine Rituale. Vor bestimmten Übungen sind solche Rituale auch sehr wichtig um technische Konstanz zu erreichen. Das können Dinge sein wie: Wie gehe ich an die Hantel ran, Wie greife ich, Wie finde ich meinen Stand oder aber auch Sachen wie ein Eiweißshake nach dem Training. Diese ganzen Rituale und Automatismen machen ein Training oft leichter.

Ein weiterer großer Motivationsfaktor ist, dass es mir nach dem Training IMMER besser geht als vorher. Besonders an meinen schlechten Tagen! Wenn man das ein paar Mal erlebt hat, entwickelt man ein gewisses Vertrauen und trainiert dann erst Recht, wenn man einen schlechten Tag hat – um sich das gute Gefühl zu verdienen.

Ich versuche nach dem Motto :“Modify – dont miss!“ vorzugehen. Man kann immer etwas machen, um sich besser zu fühlen. Man muss dafür nur flexibel genug im Kopf sein. Konkret heißt das, dass man sich nicht immer an seinen Plan halten muss. Das wichtigste im Training ist, dass man trainiert. Da muss nicht jede Session perfekt sein. Falls es perfekt überhaupt gibt.

Ich glaube nicht, dass ich Sport im klassischen Sinne als „Ausgleich“ brauche.

Viele sagen oder brauchen das, weil sie extrem viel Lebenszeit auf etwas anderes verwenden, für das sie nicht brennen. Wenn man seine Arbeit nur macht um Geld zu verdienen und keinen Spaß daran hat, bzw. Den tieferen Sinn hinter der eigenen Arbeit nicht sieht, braucht man unbedingt einen Ausgleich. Das Problem habe ich zum Glück nicht. Dennoch ist Training für mich Meditation, Therapie und Sport. Alles auf einmal. Und ich weiß, dass ich ohne mein Training nicht glücklich wäre.

Während meines Sportstudiums war mir überhaupt nicht klar, dass ich mich in diese Richtung entwickeln würde. Ich hatte eher Sportjournalismus/- marketing im Sinn. Als es Zeit für das Praktikum wurde habe ich mich bei MTMT beworben. Ein Freund hatte vorher schon ein Praktikum dort gemacht. Aus ein paar Wochen Pflichtpraktikum sind inzwischen 5 Jahre geworden. Ich wurde irgendwann von meinen Chefs vor die Wahl gestellt: „Entweder ziehst du weiter, oder du fängst an das Ganze richtig ernst zu nehmen und wirst MTMT-Coach.“. Ich habe mich für weiteres entschieden. Und so abgedroschen es klingt – es war die beste Entscheidung meines Lebens.

Ab diesem Zeitpunkt hatte ich einen anderen Anspruch an mich und meine Zukunft. Ich hatte nie eine „richtige“ Ausbildung zum Trainer oder Coach, auch mein Studium zähle ich nicht dazu. Alles was ich heute weiß kommt vom hospitieren bei den MTMT-Coaches und die interne Ausbildung bei MTMT (+ die eigene Erfahrung). Dazu kommt das tägliche Lernen über Training, Bewegung, Lifestyle und Ernährung. Jeden Tag. Egal ob über Trainieren, Coachen, Bücher, Videos, Podcasts –  der Zugang zu Wissen ist heute riesig.

Ich möchte einen Paradigmenwechsel in der Fitnessbranche einleiten.

Anfang 2018 habe ich mit den MTMT-Gründern und drei Anderen dann ein Start-Up gegründet. Wir haben die Notwendigkeit gesehen der Fitnessbranche unseren Stempel aufzudrücken, da in dem Bereich in unseren Augen einiges schief läuft.

Unser Ziel ist es Fitness wirklich anwendbar zu machen. Das bedeutet für uns die Befreiung von Dogmen, falschen Marketing-Claims und der allgemeinen Fakeness der Fitnessindustrie. Wir wollen Menschen dabei unterstütze ihren eigenen Prozess zu finden, denn nur dann kann man Fitness konstant und nachhaltig in das eigene Leben einbauen.

Die Idee hat sich über die letzten Jahre entwickelt. Irgendwie hat es uns nicht gereicht „nur“ im Gym Menschen weiterzuhelfen. Wir wollen gehört werden, da wir wirklich etwas zu erzählen haben. Einen ersten Eindruck kann man da bereits über unseren Podcast bekommen.