Laufen. Eine Art von Freisein.Johanna

Nach diesen ganzen Kreuzbandrissen und Niederschlägen habe ich irgendwie den Weg zum Laufen gefunden. Das ist einfach der Unterschied zwischen früher und heute: Früher war ich sehr auf den Wettkampf spezialisiert und fokussiert und heute ist es wirklich so, dass ich einfach an andere Sachen denken kann, wenn ich Sport mache und auf eine Art freisein kann. Daneben ist es natürlich auch so….

..dass ich Sport mache, weil ich Sport machen muss: Mein zweiter Beruf ist das Modeln. Da ist es einfach notwendig und wichtig, einen sportlichen Körper zu haben, keine schlaffe Körperhaltung zu haben. Man muss genau wissen, wie man seinen Körper einsetzt.

Ein typisches Training sieht bei mir so aus, dass ich mich kurz aufwärme, dann mache ich unglaublich gerne Treppenläufe. Die kann man auch schön variieren mit Sprüngen und Läufen. Natürlich dehne ich mich auch, um Verletzungen vorzubeugen. Dann mache ich Skippings, Tripplings, Kniehebeläufe, um wirklich jede Muskelgruppe zu beanspruchen. All das variiere ich aber auch jeden Tag. Darüber hinaus mache ich Steigerungsläufe und sprinte und dann geht’s auch schon los.

Jeder hat ja irgendwelche Ziele, die er erreichen will. Auf meiner Bucket-Liste stand da der Marathon. Ich habe ungefähr ein halbes Jahr richtig intensiv dafür trainiert. Ich dachte mir, jetzt oder nie und dann habe ich es einfach probiert. Es war ein unglaubliches Gefühl. Ein ganz tolles Ereignis, das ich jedem nur empfehlen kann. Ich wurde von so vielen Leuten motiviert, gepusht, ich habe so viel positives Feedback bekommen. Ich bin ihn in knapp über 4 h gelaufen, wobei ich auch kein zeitliches Ziel hatte. Mein Ziel war einfach nur durchzukommen und das habe ich Gottseidank geschafft.

Ein Kampf. Der Marathon war wirklich auch ein Kampf. Die ersten 20 km gingen noch ganz gut, ab Kilometer 25 wurde es dann schon schwieriger. Ich habe meine Beine bemerkt, habe auch den Menschen rechts und links angesehen, dass es ihnen nicht mehr so gut ging. Das hat sich allerdings ungefähr ab Kilometer 28 wieder gelegt. Dann wurde es phasenweise besser, phasenweise schlechter. Die letzten 6 km aber, die waren wirklich sehr sehr sehr hart. Kein Zuckerschlecken insgesamt, aber es hat sich trotzdem gelohnt. Man kann so stolz auf sich sein.