Kampfsport hat mich inspiriertNatalia

Die Weisheit der Kinder

Ich bin der Meinung, dass Kinder schon in sehr jungem Alter den späteren Weg für sich auf eine bestimmte Art ebnen können. Sie wissen einfach, worin sie gut sind und das machen sie gerne. Dann werden wir in der Schule oder durch das ganze Leben oft auf einen Weg geleitet, der vielleicht nicht immer zu uns und unserer Person passt. Aber wir passen uns dennoch an. 

Also als ich ein Kind war, mit sechs oder sieben Jahren, habe ich damals zu meiner Nachbarin gesagt: „Ich werde jetzt deine Trainerin sein. Du bist ein bisschen übergewichtig und ich glaube, du musst fitter werden.“ Es hat mir damals extrem viel Spaß gemacht, sie zu trainieren, ihr Dinge zu sagen wie: „Mach jetzt Liegestütze! Mach jetzt Jumping Jacks! Wir rennen jetzt um das Haus!“ usw. Und an all das kann ich mich nur erinnern, weil ich mich dabei verletzt habe. Irgendwo war ich hingeflogen und musste genäht werden…

Wie alles begann…

Als Kind habe ich einfach immer gerne Sport gemacht: Ich habe in der Schule Handball gespielt. Alles, was mit Leichtathletik zu tun hatte, mit Schulturnen, Tanzen habe ich gemacht. Mit meinem Vater habe ich schon ganz früh Filme mit Chuck Norris oder Bruce Lee usw. gesehen und warum auch immer: Kampfsport hat mich irgendwie inspiriert!

Als ich dann ungefähr 15 war, gab es zwei Jungs in meiner Klasse, die damals schon beim Kickboxen waren. In der Schule haben sie immer so coole Kicks gezeigt. Und ich wollte da auch mitmachen! Also haben sie mich einmal mit zum Training genommen und von da an bin ich dort geblieben. Ich hatte etwas für mich gefunden, das mir gefallen hat. Es hat mich natürlich immer wieder gereizt, den nächsten Gürtel zu machen. Ich habe das Training geliebt, ich mochte meinen Trainer und all die Leute, die dort waren. Und mein Trainer hat, glaube ich, ein Potenzial in mir erkannt. Er hat mich immer auf Turniere mitgenommen und irgendwann habe ich selbst gemerkt: Ok, ich bin gar nicht so schlecht. Auf seine Empfehlung hin, hab ich dann auch viel außerhalb der Trainingszeiten trainiert, mich im Fitness-Studio angemeldet usw. Und ja, so hat das alles angefangen… Seitdem hat sich alles immer um Kickboxen gedreht.

Sport als Medizin

Als es später um die Frage ging, was ich studiere, hatte ich tausend Ideen, aber ich wusste: „Ok, wenn ich Medizin studiere, dann bin ich 5 Jahre weg. Dann kann ich nicht mehr kämpfen, dann hab ich keine Zeit. Ich will irgendwas machen, wo ich weiß, ich kann meinen Sport zum Beruf machen und mein Studium später in verschiedenen Bereichen einsetzen.“Deswegen habe ich Fitness-Ökonomie studiert. Nicht nur deswegen, was noch eine große Rolle gespielt hat in der Wahl meines Berufes und warum ich so auf Gesundheit ausgerichtet bin, ist der Tod meines Vaters. Er ist mit 33 Jahren an Krebs gestorben und ich weiß, dass man mit einem gesunden Lebensstil und auch durch die mentale Stärke, die man durch Sport trainieren kann, viele Krankheiten bekämpfen und vor allem vielen Krankheiten vorbeugen kann. Ich halte es fast für meine Aufgabe Menschen zu helfen. Nicht nur auf sportlicher Ebene, sondern auch in anderen Lebensbereichen. Und bin ich davon überzeugt, dass Sport und ein gesunder Lebensstil dafür sehr wichtig sind.

Es geht nicht wirklich nur um diese Strandfigur

Ich weiß, nicht jeder ist ein Athlet und nicht jeder ist ein Sportler. Ich möchte in meinen Trainings die Menschen so motivieren, dass sie wissen warum sie das machen. Meinen Kunden stelle ich zuerst diese Warum-Frage. Nicht dass sie denken: Ich muss ins Fitness-Studio gehen, weil es einfach dazugehört. Die meisten Menschen sitzen heutzutage den ganzen Tag am Schreibtisch. Da ist schon die erste Antwort auf die Frage: Ok, sonst fehlt dir Bewegung. Oder: Weil du einfach im Alter auch genau so fit sein willst wie jetzt. Und es reicht nicht aus, dass sie sich das selbst beantworten. Ich versuche auch mit den Kunden zu schauen, welche Motivation noch hinter ihren Aussagen steckt.

Kein Mensch kommt zu mir und sagt: Natalia, ich will jetzt trainieren, um mein Selbstbewusstsein stärken. Aber das sind manchmal die Probleme, die man in sich trägt. Wenn er z.B. sagt, er möchte abnehmen: Warum möchte er abnehmen? Um einfach gesund im Alltag zu sein, und nicht um Anderen Menschen im Alltag zeigen zu können, ok jetzt sehe ich besser aus. Weil diese Motivation reicht nicht. Die hat man vielleicht für ein zwei Monate. Aber wenn man mit sich alleine ist, dann ist das nicht genug Motivation für jemanden. Deswegen versuche ich immer mindestens drei Punkte zu finden, anhand derer die Person weiß, die Bewegung an sich isteigentlich lebensnotwendig, genauso wie schlafen oder essen o.ä.  Und nach einiger Zeit, wenn sie sich wirklich öffnen, dann kann man erkennen, ok es geht nicht wirklich nur um diese Strandfigur, sondern da steckt mehr dahinter. Z.B. ist die Person sehr unsicher, nicht zufrieden mit sich. Und dann gibt es so Kleinigkeiten, von denen ich weiß, das hilft. Ich versuche einfach Wege zu finden, um die Person in Verbindung mit dem Training auch mental stärker zu machen.