Jordan, Nowitzki und ich.Adrian

Vergessen werde ich diese Begegnung nie. Denn der andere Typ ist heute ein Weltstar. Sein Name: Dirk Nowitzki.

Michael Jordan war schon immer mein großes Vorbild.
Seine Präsenz auf dem Platz. Seine Athletik. Sein unbedingter Wille.
Ich habe mir versucht möglichst Viel von diesem Ausnahmesportler abzugucken. Ob mir das geholfen hat dahin zu kommen, wo ich heute bin? Gut möglich… Aber das Wichtigste ist: Meiner Familie und mir geht es gut! Und ich habe einen Job, den ich liebe.

Ich heiße Adrian. Geboren wurde ich in Togo, aber mit drei Jahren kam ich nach Deutschland. Ich wurde adoptiert.
Meine Kindheit verbrachte ich in einem kleinen Dorf in Rheinland-Pfalz. Und Sport gehörte für mich von Anfang an dazu. Klar, der erste Kontakt für ein Kind aus der Pfalz ist der lokale Fußballverein. Aber ich merkte schnell, dass der ländliche Rumpelkick nicht meine Welt war. Also probierte ich viel aus: Leichtathletik, American Football, Tennis.
Alles schön und gut.

Aber nur ein Sport zog mich richtig in den Bann: Basketball.
Ich kann mich noch gut erinnern, als ich das erste Mal eine Halle betrat. Die Fans. Die Spieler. Die Atmosphäre. Hier passte einfach alles!

Unzählige Stunden verbrachte ich in meiner Kindheit und Jugend mit dem runden Spielgerät.
Mit 14 ging ich dann aufs Sportinternat nach Speyer. Drei Mal Training am Tag. Und Schule. Sonst musste ich mich um nichts kümmern. Ich konzentrierte mich voll und ganz auf Sport. Die Athleten. Die Betreuer. Die Coaches. Es war das ideale Umfeld. Und ich durfte den ganzen Tag das tun, was mir am meisten Spaß machte: Basketball spielen. Es war mit die beste Zeit in meinem Leben!

Beim Basketball ist jeder involviert. Es ist ein schnelles und dynamisches Spiel. Das liebe ich so sehr daran! Und natürlich den Teamgedanken.
Wenn ich an meine aktive Zeit zurückdenke fallen mir großartige Momente ein: In der A-Jugend wurden wir Deutscher-Vizemeister. Und ich war Teil der Junioren-Nationalmannschaft.

Damals hörte ich viel Hip-Hop. Vor allem die Rapper der West-Coast liefen bei mir rauf und runter.
Dr. Dre und Snoop Dogg. Und auf einem Nationalmannschafts-Lehrgang kam es zu einer Auseinandersetzung. Dieser andere Typ war Fan der New-Yorker Rapper. Das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen: Ich versuchte ihm klar zu machen zu machen, was Sache ist: „Du hast keine Ahnung! Die West-Coast ist besser.“ Er antwortete: „Nein, nein die East-Coast liegt klar Vorne!“ Natürlich war das nur aus Spaß. Aber vergessen werde ich das nie.
Denn der andere Typ ist heute ein Weltstar. Er ist NBA Champion. Sein Name: Dirk Nowitzki.

Durch Basketball bin ich viel herumgekommen.
Halle, Dessau, Mainz, Karlsruhe. Das waren nur einige Stationen. Aber mir war es immer wichtig ein zweites Standbein zu haben. Wahrscheinlich hat meine Mutter daran großen Anteil. Sie sagte immer: „So eine Sportlerkarriere kann schnell vorbei sein.“ Also machte ich nebenbei eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Klar, es war nicht immer einfach, alles unter einen Hut zu bekommen. Aber ich war sehr zielstrebig.

Jetzt bin ich 39 Jahre. Habe eine Familie. Drei Kinder. Meine aktive Basketball-Zeit ist vorbei.
Ich arbeite jetzt als Personal Coach in Karlsruhe. Das macht mir unglaublich viel Freude. Zu sehen, wie sich die Menschen entwickeln, mit denen ich trainiere. Dabei geht es nicht darum, mehr Gewichte auf der Bank zu drücken, sondern zu sagen: „Hey, es kann gut tun, mit sich selbst anders umzugehen.“ Das ist es, was mich antreibt!