Ich will die beste Seglerin der Welt werden.Frederike

Zum Sport bin ich glücklicherweise schon sehr früh durch meine Eltern gekommen. Im Urlaub sind wir schon immer viel Radfahren oder Wandern gegangen, haben viel unternommen und waren sehr aktiv. Bevor ich mich dann irgendwann nur noch dem Segeln gewidmet habe, hab ich selbst 7 Jahre lang getanzt, habe mich im Handball und Leichtathletik ausprobiert. Segeln war schon immer „unser“ Sport. Mein Papa war selbst ein erfolgreicher olympischer Finn-Segler, mir wurde der Sport also irgendwie in die Wiege gelegt. Ich erinnere mich aber noch, wie ich es anfangs mit 6 Jahren ganz schrecklich fand, alleine zu segeln. Deswegen habe ich auch wieder aufgehört. Jedoch nicht für immer – mit 8 packte mich wieder die Lust und ich habe wieder angefangen.

Ich mag die Kombination aus Athletik, vor allem Ausdauer und dem taktischen Segeln beim 470er-Segeln. Und die frische Luft! Ich liebe das. Außerdem komme ich mit dem Sport super viel rum, reise viel, da viele Regatten in verschiedenen Ländern stattfinden.

Ich will die beste Seglerin der Welt werden.

Mein Ziel ist es eines Tages Weltmeisterin und Olympiasiegerin zu werden. Das ist gleichzeitig auch meine größte Motivation 110% zu geben, das führe ich mir immer wieder vor Augen. Natürlich hat man hin und wieder auch schlechte Tage, an denen diese Motivation einfach fehlt. Ich denke dann an meine Vorbilder, zum Beispiel meinen Papa und Michaele Shiffrin, und was diese alle erreicht haben – wenn man will, schafft man alles. Das zeigt sich auch im Training oder nach einer guten Regatta, wer fokussiert ist, immer diese 110% gibt darf am Ende die Lorbeeren für gute Ergebnisse ernten. Ich freu mich jedes Mal darüber, wenn ich sehe, dass sich diese harte Arbeit auszahlt.

Mein schönstes Erlebnis mit dem Sport bisher war der Weltcup-Sieg in diesem Jahr. Das Feld war sehr stark besetzt und nach dem Wintertraining mit einem Sieg in die Saison zu starten, war erstmal sehr aufbauend. Aber auch meine erste Silbermedaille bei der Junioreneuropameisterschaft war genial. Das sind die Momente, für die es sich lohnt so hart zu trainieren.

Niederlagen gehören natürlich auch immer dazu und sind nicht schön, dafür aber eine Chance besser zu werden.

Ich denke es kommt darauf an, wie man mit ihnen umgeht. Sie helfen mir, mich zu verbessern und zu lernen, um es beim nächsten Mal anders zu machen. Ich versuche mich davon nicht zu sehr runterziehen zu lassen, sondern nach vorne zu schauen und zu überlegen, was ich beim nächsten Mal besser machen kann.

Aktuell sind wir in der Hochsaison, sprich wir haben fast alle 2 Wochen Regatten. Wenn ich zwischendurch mal zu Hause bin, besteht mein Training aus Kraft- und Ausdauertraining. Viele Kraftzirkel, Intervalltraining, Joggen oder Radfahren – ziemlich abwechslungsreich also. Direkt vor einer Regatta haben wir immer einige Tage Segeltraining auf dem Revier, wo wir jeden Tag ein oder zwei Wassereinheiten machen. Danach gehen wir dann auch nochmal in den Kraftraum, joggen oder Radfahren. Ich probiere mich dabei aber nicht komplett auszupowern, um am nächsten Tag fit für die Regatta zu sein. Rituale vor dem Wettkampf habe ich nicht wirklich. Ich versuche Routinen einzuhalten, an den Tagen vor der, als auch während der Regatta. Aufgeregt bin ich trotzdem immer. Jeder Wettkampf ist neu und anders und da habe ich immer ein bisschen Lampenfieber. Ich glaube sowas hört nie auf.

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Neben dem Sport studiere ich noch Pharmazie. Das alles unter einen Hut zu bekommen ist echt schwierig. Bei meinem Studiengang hat man immer Anwesenheitspflicht bei Praktika und den Seminaren. Und beim Segeln sind wir die ganze Zeit unterwegs, vor allem im Sommer, aber auch immer Winter je näher wir an die Olympischen Spiele kommen. Mein Leben besteht derzeit nur aus Sport. Jeden Tag, jede Woche. Deshalb muss mein Studium gerade ein wenig ruhen und ich werde mein letztes Semester beenden, wenn die Olympischen Spiele vorbei sind. Langfristig gesehen möchte ich dann als Apothekerin arbeiten, oder zumindest in diesem Bereich. Bis dahin arbeite ich noch an meinem Traum Olympiasieg.