Ich habe meine Berufung gefunden.Curtis

Ich bin Personal Trainer.

Es ist 6 Uhr morgens. Der Wecker klingelt. Ich war aber schon vor ihm wach. Aufstehen, Kaffee kochen, einen halben Liter Wasser trinken, lesen. – So sieht eigentlich jeder Morgen bei mir aus. Danach gibt es Frühstück und ich fange langsam an, mich auf meine Kunden und den Tag vorzubereiten. Meist gehe ich dann nochmal das letzte Training durch: Was haben wir erreicht? Was können wir besser machen? Dann packe ich meine Sachen und ab geht’s zur Arbeit.

Ich habe eigentlich schon immer gespürt, dass ich etwas Eigenes machen muss. Etwas, was meinen Idealen gerecht wird und bei dem mir niemand vorschreibt, wie ich Dinge machen soll. Etwas Ehrliches, mit dem ich wirklich etwas bewegen kann.

Mein erster Schritt in Richtung Selbstverwirklichung war die Gründung eines Sportvereins: Die Münster Blackhawks, American Football. Darin bin ich total aufgegangen. Ich habe selbst etwas geschaffen, was mir auch persönlich sehr viel Kraft gegeben hat. Das hat mir gezeigt, dass man nur erfolgreich sein kann, wenn man etwas wirklich will, daran glaubt und mit dem Herzen dabei ist. Allein schon, weil man sich frei fühlt. In dieser Zeit habe ich viel über die Führung eines Teams und Organisation lernen dürfen, von dem ich heute noch zehre. Die Erfolge mit meiner Mannschaft waren für mich dann der ausschlaggebende Punkt, der mir gezeigt hat, dass meine Selbstständigkeit funktionieren würde. Und dann habe ich es einfach gemacht. Und habe es seitdem nicht einen Tag bereut.

Man lernt nie aus!

Auch ich, als Personal Trainer, habe noch einen eigenen Trainer, der mich ab und an coacht. Ich denke, das ist das Beste, was man machen kann. Neben der Motivation, die man durch einen Trainer bekommt, investiert man auch in sein eigenes Wissen und die Sicherheit, alles richtig zu machen, um schlussendlich zu seinem eigenen Ziel zu kommen. Es ist also eine Investition in die eigene Gesundheit – denn genau das ist mein Job als PT. Ich möchte Menschen helfen, ihren Weg zu gehen und ein gesundes Leben zu führen.

Gerade weil der Markt an PT’s übersättigt ist, ist es wichtig mit Herzblut dabei zu sein. Einen guten Trainer macht für mich das menschliche Einfühlungsvermögen aus. Ich muss mich bei jedem Kunden neu auf ihn einstellen, seine Key-Motion herausfiltern. Also herausfinden, warum diese Person dieses Ziel hat. Nur so weiß ich, wie ich diese Person auch motivieren kann 100% zu geben. Und unabdingbar: die fachliche Kompetenz. Sich immer wieder weiterzubilden. Durch Workshops, Weiterbildungen oder auch, wie bei mir, den Austausch mit dem eigenen Coach. Man lernt nie aus!

Angefangen hat alles über einen Freund, der in einem Fitnessstudio gearbeitet hat. Ich habe nach meinem Hauptschulabschluss eine Ausbildung zum Tischler gemacht, bin danach in die Gastronomie gekommen und habe nach zwei Jahren Festanstellung den Sprung aus der Gastro gewagt und in dem besagten Fitnessstudio als Servicekraft gearbeitet. Währenddessen habe ich für meine B-Lizenz gelernt. Ich bin dann relativ schnell als Trainer auf die Fläche gekommen und habe dort erfahren, dass meine Persönlichkeit als Trainer sehr gefragt war. Ich habe immer mehr Lizenzen absolviert und irgendwann, neben meinem festen Job, noch per Fernstudium einen Fitness-Fachwirt gemacht. 2016 habe ich mich dann für die Selbstständigkeit entschieden.

Wenn du nur das schnelle Geld willst, lass es sein, das wird nichts.

Würde jemand auf mich zukommen, weil er auch Trainer werden will, würde ich ihn fragen wieso. Viele sehen darin schnelles und einfaches Geld. Aber mit dem Gedanken wird man keinen Erfolg haben. Man sollte es machen, weil man anderen wirklich helfen möchte und ihnen zeigen will, was Sport ihnen geben kann. So, wie es mir viel gegeben hat. Für mich war Sport immer mein Anker und Ventil. In meiner Jugend habe ich mich dadurch von negativen Ablenkungen wegziehen lassen können und habe gelernt, dass man mit Durchhaltevermögen seine Ziele erreichen kann.

Angefangen mit Taek-Won-Do, über Skateboarden bis hin in die GFL, die German Football League Bundesliga, hat mich Sport mein ganzes Leben begleitet. Durch eine Verletzung musste ich den American Football dann leider beenden. Ich habe mich immer gefragt, was ich im Training hätte besser machen können und nahm diese Verletzung als Anlass, anderen zu helfen, sie davor zu bewahren. Nämlich mit richtig angepasstem Training. Das und auch die Erfahrung sich immer wieder zurückkämpfen zu müssen, haben mich sehr geprägt – etwas, was ich anderen Menschen gerne mitgeben will.

Einfach machen.

Dieser Job erfüllt mich mit Glücksmomenten und Dankbarkeit. Er gibt mir so viel Energie, zeigt mir täglich, dass es gut ist, was ich mache. Das ist wirklich das Schönste an diesem Beruf.

Oft kommen Kunden zu mir ins Training, völlig demotiviert. Kannst du dir vorstellen, was das für ein Gefühl ist, wenn man sich am Ende des Trainings mit einem Strahlen im Gesicht abklatscht, weil es so ein geiles Training war? Einfach machen. So simpel, wie es sich anhört, ist es meist auch. Motivation kommt mit dem Training und dann ist man plötzlich unaufhaltbar. Es gibt so viele, die darauf warten, plötzlich motiviert zu sein, es von anderen abhängig machen – das wird in den seltensten Fällen kommen. Einfach machen. Aus dem positiven Endergebnis kann man dann wiederum neue Energie für die nächste Einheit schöpfen. Und so weiter, und so weiter.

Für die Zukunft möchte ich erstmal mit „Curtness Move Better“ größer werden, mein Team erweitern und mit noch mehr tollen Trainern zusammenarbeiten. Ich habe gerade mit Tennis angefangen und möchte mich dort noch verbessern. Außerdem spiele ich die ganze Zeit mit dem Gedanken, mal beim Hyrox anzutreten. Ich will einfach meine Grenzen austesten und schauen, was ich noch alles erreichen kann.

Ich wünsche mir, dass ich auf Dauer noch mehr Menschen erreichen und zu einem fitteren und gesunden Leben führen kann. Mein Traum wäre es mit anderen Coaches coole Projekte in ganz Deutschland aufzubauen…. Ich bin gespannt, was noch so kommt!