Ich bin einfach mitgegangen und habe dann für 10 Jahre nicht mehr aufgehört.Mona

Bevor ich mich mit 8 etwa 10 Jahre lang dem Fußball gewidmet habe, habe ich hin und wieder an Straßenläufen teilgenommen und war in der Leichtathletik Gruppe wo wir die verschiedensten Disziplinen ausprobiert haben. Mein kleinerer Bruder spielt zu der Zeit Fußball und wollte unbedingt immer alles mit mir zusammen machen. Also bin ich dann einfach mal mit zu seinem Training gegangen und habe für 10 Jahre nicht mehr aufgehört.

Ich spielte eine lange Zeit nur mit Burschen zusammen, war auf einem Sportgymnasium und wurde während meiner Fußball-Karriere sogar in das Nachwuchs-Nationalteam einberufen. Ich spielte in der österreichischen Bundesliga beim SV Neulengbach und beim FSK SImacek St. Pölten-Spratzen. Mit diesen beiden Vereinen wurde ich des Öfteren österreichischer Meister und durfte dann sogar in der Frauen Champions League spielen.

Mit der Zeit verlor ich dann aber wieder den Spaß am Fußball und habe nach langem Überlegen mit 18 Jahren dann den Entschluss gefasst aufzuhören. Dennoch war mir zu diesem Zeitpunkt klar, dass es mich ohne Leistungssport einfach nicht gibt. Mein Bruder hatte bereits vor mir mit dem Fußball aufgehört und sich der Leichtathletik verschrieben. Auch für mich ging es dann wieder zurück auf die Laufbahn und seitdem trainieren wir wieder zusammen.

Meine Hauptdisziplin sind die 800m. Ich war nie der Sprint-Typ und auch damals beim Fußball hatte ich eher Veranlagungen in der Ausdauer. Auch wenn die Ausdauer bei der Mittelstrecke (im Vergleich zur Langstrecke) nicht am entscheidensten ist, denke ich, dass ich dort die besten physiologischen Voraussetzungen mitbringe und fühle mich da aktuell auch sehr wohl. Zudem macht mir die Distanz einfach mega Spaß. Es gehört sehr viel mentale Stärke dazu und es können sehr spannende, taktische Rennen auf der Mittelstrecke entstehen.

Laufen gibt mir Freiheit, Spaß, Stärke und Motivation. Man bekommt den Kopf frei, kann seine eigenen Grenzen austesten und sich immer weiterentwickeln. Der Sport hat mich so viel gelehrt und beeinflusst auch soviel andere Lebensbereiche positiv. Ehrgeiz, Disziplin, mit Niederlagen umgehen zu können und nicht aufzugeben – Der Sport hat mir sehr viel gelehrt und ohne all das wäre ich heute sicher nicht der Mensch, der ich geworden bin. Die Erfolge im Sport sind einfach unbeschreiblich und so viel höher einzuordnen,weil man weiß wie hart man dafür gearbeitet hat.

Gerade auf der Mittelstrecke ist mentale Stärke ein wichtiger Faktor.

Vor einem Wettkampf visualisiere ich schon Tage davor immer wieder gewisse Situationen und mögliche Rennverläufe, da nicht nur das physiologische Leistungsvermögen über eine schnelle Zeit entscheidet. Man muss zu 100% bereit sein über seine Grenzen zu gehen und auf die unterschiedlichsten Situationen im Rennen vorbereitet sein.

Ich sage mir dazu zum Beispiel immer kleine Mantras auf. Natürlich ist man jedes Mal nervös und hat vielleicht etwas Angst oder das Gefühl, dass man eigentlich gar nicht laufen will, weil man weiß wie hart es wird. Ich versuche mir dann zu sagen, dass ich genau für diese Momente seit Monaten und Jahren trainiere, ich gut drauf bin und eine schnelle Zeit laufen kann. Ich denke an die vergangenen Wochen, die gut verlaufenen Trainings und auch die Formbestimmungen stehen schwarz auf weiß in meinem Trainingsplan – „Ich kann das, ich bin gut vorbereitet und kann meine Leistungen an Tag X abrufen.“. Die Erfahrung die ich mit jedem Rennen sammel, geben mir natürlich für jedes kommende Rennen Selbstvertrauen.

Beim Laufsport ist diese positive Nervosität leistungsfördernd. Ich bin angespannt und dadurch hochkonzentriert und hellwach.

Wenn man im Ziel ist und seine Ziele erreicht hat ist das ein unbeschreibliches Gefühl, weil man so hart dafür gearbeitet hat. Vor zwei Jahren erst habe ich meine 800m Bestzeit um 5 Sekunden verbessert – das war der Wahnsinn! Neue Bestzeiten sind immer sehr schön, aber taktische clevere Rennen haben mir vor allem immer sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Mein nächstes großes Ziel ist es an einem internationalen Event mitzulaufen.

Remember the (wo)man who gave up? – No.

Um meine eigene Motivation und Disziplin hochzuhalten, hilft es mir einen fixen Trainingsplan zu haben. Neben dem Lauftraining habe ich noch 1 bis 2 Mal die Woche ein Langhanteltraining wo wir die Schwerpunkte auf Kraftausdauer, Schnellkraft oder Maximalkraft legen.

Natürlich habe ich mir über die 15 Jahre Leistungssport schon eine Menge Disziplin angeeignet, aber auch ich habe natürlich Tage an denen ich unmotiviert bin ins Gym oder die Laufbahn zu gehen. Da hilft nur Schuhe anziehen, nicht lange nachdenken und loslaufen. Es gibt einfach keine Ausreden. Ansonsten finde ich feste Zeitfenster sehr hilfreich. Oder auch das Verabreden mit Freunden zum Sport, da kann man nicht so gut absagen.

Auch wenn es vielleicht nicht heute ist, aber harte Arbeit wird belohnt. Wenn man dranbleibt, nicht aufgibt wird sich der Einsatz, der Fleiß und die Disziplin eines Tages auszahlen. Immer! Mein Lieblingszitat ist da: „Remember the (wo)man who gave up?“  – Nein. Niemand erinnert sich an diejenigen, die aufgegeben haben.

Eine ausgewogenen Ernährung ist neben Training und Erholung sehr wichtig.

Ich persönlich ernähre mich nach keiner bestimmten Diätform. Für mich macht es die Balance aus. Ich versuche mich ausgewogen zu ernähren, koche fast immer frisch und trinke sehr viel Wasser. Gleichzeitig verbiete ich mir aber kaum was. Es gibt immer zwei Meinungen über viele Lebensmittel, Erzählweisen oder neuen Trends. Ich glaube es ist wichtig auf seinen eigenen Körper zu hören. Wenn man meint dass das einem gut tut, dann sollte man das auch so machen egal ob es wissenschaftlich fundiert oder gerade ein Trend ist. Spür in dich hinein und tu das was dir gut tut.