Du bist nur noch Du und der GegnerGideon

Der Kampf. Und dann kommts: Du bist im Boxring und es geht los. Du bist übertrieben aufgeregt. Und das ändert sich auch nicht. Es bleibt bei jedem Kampf so. Egal ob es jetzt das Berliner Meisterschafts-Finale war, mein erster Kampf, mein zweiter Kampf oder irgendein Turnier. Ich war jedesmal richtig aufgeregt. Und im Endeffekt geht dann der Gong los, die Klingel. Und du bist nur noch Du und der Gegner. Du hörst nichts. Du bist komplett in deinem eigenen Zustand.

Ich habe immer schon Leistungssport getrieben. Das hat relativ früh angefangen. Schon bevor ich in die Schule gegangen bin. Ich glaube, mit vier habe ich angefangen bei den Alba-Kids zu trainieren, Basketball. Damals war Basketball alles für mich. Ich wollte unbedingt in die NBA. Ich wollte unbedingt Profi werden. Ich kannte jeden Spieler auswendig, ich hatte alle Plakate zu Hause hängen und hab quasi 24/7 Basketball gespielt. Ich hab damals mit 5 oder 6 Jahren schon ungefähr dreimal die Woche trainiert. Im Nachhinein, glaube ich, es kam eben so aus mir heraus und ich hatte Bock drauf. Es war nicht so, dass mich meine Eltern oder so dazu gezwungen hätten.

Aber irgendwann haben meine Knie nicht mehr mitgemacht. Also heute würde ich jedem kleinen Kind empfehlen in so einem jungen Alter noch nicht zu viel zu trainieren. Ich hatte dann das Problem, dass ich auf jeden Fall Sport machen wollte, aber abhängig davon war, etwas zu machen, was meine Knie nicht so sehr belastet. Ich wollte unbedingt Kampfsport machen. Als ich mal ein Roy Jones Video gesehen hab, hat mich das inspiriert: Boxen. Also hab ich damit angefangen: Ein Probetraining. Ich fands extrem gut und bin dabei geblieben. Ich hab schon sehr früh sehr viel trainiert und nach 2 Monaten bereits meinen ersten Kampf bekommen, was nicht üblich ist. Zwei Monate war sehr früh.