Der Körper sollte in meinen Augen als System gesehen werden.Hannah

Ich bin quasi in Sporthallen groß geworden. Mein Papa hat damals Handball gespielt und ich war von klein auf immer mit dabei. Mit sechs Jahren habe ich dann auch selbst einen Ball in die Hand genommen. Bei mir war es allerdings der Basketball.

Ich liebe das Spiel, es hat einen Flow und ist nicht so extrem körperlich wie zB Handball. Ich mag die Abwechslung von Richtungswechseln, die verschiedenen Spielzüge und auch das Wechselspiel zwischen langsam und schnell. Dazu kommt, dass ich die technische Komponente sehr gern mag. Man kann quasi immer an sich arbeiten. Ich denke, mir lag der Sport auch einfach sehr gut, ich hatte Talent. So viel Talent, dass ich es später auch jahrelang als Leistungssport machen konnte.

Mein Wissensdurst wurde immer größer.

Nach meinem BWL-Studium hat es mich dann allerdings eher in die Ernährungsrichtung verschlagen. Auslöser dafür war meine erste Schwangerschaft, bei der ich mich so richtig mit gesunder Ernährung auseinandergesetzt habe. Das passiert bei werdenden Müttern sehr häufig, denn man will ja das Beste für das Kind. Anfangs habe ich mich dabei selbst auf Blogs und in Büchern belesen und später auch selbst auf meinem eigenen Blog geschrieben.

Magazine und Zeitschriften sind voll mit tollen neuen Diät-Tipps. Wenn man sich aber wirklich weiterbilden und etwas lernen will, sollte man sich nicht in Zeitschriften belesen. Ich habe das anfangs natürlich auch gemacht, habe mich dann aber irgendwann nur noch auf die Profis in diesem Gebiet konzentriert, um ein fundiertes Wissen zu bekommen. Das heißt, ich habe mir genau angeschaut von wem die Inhalte und Tipps kommen. Und dann natürlich auch selbst viel ausprobiert. Mein Wissensdurst wurde immer größer, so dass ich in meiner zweiten Schwangerschaft die Ausbildung zur Ernährungsberaterin gemacht habe. Ich glaube, das Wichtigste bei einer gesunden Ernährung ist es zu lernen auf seinen eigenen Körper zu hören. Jeder Mensch ist anders, es gibt keine Wunderpille und nicht jede Ernährungsform funktioniert für jeden.

Zu dem Zeitpunkt der Ausbildung habe ich noch 40 Stunden in meinem „normalen“ Job gearbeitet. Nebenbei habe ich dann aber schon Workshops und Coachings angeboten und angefangen an Projekten mitzuarbeiten. Ein Jahr später habe ich dann meinen Job gekündigt und bin in die Selbstständigkeit gegangen. Ernährung ist meine Leidenschaft und ich war in meinem alten Job einfach nicht mehr glücklich. Ich hatte aber zum Glück über Instagram schon am Anfang viele Anfragen für Coachings, sodass es direkt gut lief.

Im Mai 2019 kam dann das Angebot von der Runbase in Berlin als Nutrition Coach zu arbeiten. Ich war mega happy, denn das Konzept der Runbase, ein holistisches Konzept welches Sport, Ernährung, Mindset und Recovery nicht getrennt voneinander sieht, gefällt mir sehr gut. Nun arbeite ich dort als Ernährungsberaterin, gebe 1:1 Coachings, Workshops, betreue Programme und arbeite eng mit der Küche zusammen.

Ein typischer Arbeitstag besteht für mich zu einem großen Teil aus Research. Man lernt ja nie aus und ich habe auch den Anspruch an mich, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Mein Mann beschwert sich immer über die vielen Bücher und Skripte über Ernährung, die bei uns im Wohnzimmer liegen. Knowledge is key! Zwischendurch habe ich dann die 1:1 Coachings und bereite die anstehenden Workshops vor, muss die Coachings nachbereiten und für meine Kunden zusammenfassen.

Und darum geht es ja in meinem Job, ich möchte Menschen helfen.

Ein großes Thema für mich als Ernährungsberaterin sind Hormone. Ich hatte nie selbst Hormonprobleme. Selbst als ich Leistungssport gemacht habe, war mein Hormonsystem sehr stabil. Meine Kollegin Julia Schultz ist Hormoncoach und hat mich gefragt, ob ich mit ihr zusammen ein Buch über Hormone inklusive Ernährungsplan (Hormon Food heißt es übrigens) schreiben möchte. Da habe ich nicht nein gesagt. In meinen eigenen Coachings mit Frauen merke ich einfach auch, dass wirklich viele Probleme mit ihren Hormonen haben. Das Thema ist sehr komplex und super interessant, trotzdem kann man schon mit kleinen Änderungen viel bewirken.

Ein anderes sehr spannendes Thema ist der Darm. „You are what you digest“. Wenn der Darm nicht richtig funktioniert, kannst du noch so nährstoffreich essen, dein Körper wird die Nährstoffe nicht gut aufnehmen können. Das ist tatsächlich eines meiner Lieblingsthemen: Darmgesundheit.

Der Körper sollte in meinen Augen als System gesehen werden. Jede einzelne Aktion hat Einfluss auf das System. Es ist also nicht nur wichtig sich gesund zu ernähren, es ist auch wichtig auf seinen Körper zu hören, sich genügend Zeit für die Regeneration zu geben und allgemein Stress-Management zu betreiben.

Pflege deinen Körper, Du hast nur diesen einen.

Auch im Sport spielt Ernährung eine so unfassbar wichtige Rolle. Ich nutze dafür gerne folgende Metapher: Wenn du in ein Benziner Auto Diesel reinkippst, wird es nicht richtig fahren und wahrscheinlich sogar stehen bleiben. Ähnlich ist das mit unserem Körper, wenn wir ihm nicht das geben, was er braucht, kann er nicht leistungsfähig sein. Umgekehrt kannst du also auch mit einer auf dich abgestimmten gesunden Ernährung deine Leistung steigern. Eine auf dich abgestimmte Ernährung trägt natürlich auch zu einem verbesserten Wohlbefinden bei. Wenn du Dinge isst, die ungesund sind und dich krank machen oder die du einfach nicht verträgst, wirst du weniger Energie haben. Du wirst dich langfristig unwohl fühlen. Und genau das macht meine Arbeit für mich so spannend – ich liebe das!

Mittlerweile habe auch ich meine Leidenschaft zum Sport wiedergefunden. Und bin super happy, dass ich diese auch mit meinem jetzigen Job verbinden kann. Wenn ich genügend Zeit hätte, würde ich wahrscheinlich immer noch jeden Tag trainieren. Mit zwei Kindern und meinem Job ist das aber schwer. Also trainiere ich so 3 bis 4x die Woche. Manchmal aber auch, durch Zeitmangel, gar nicht. Als Mama kommt das öfters vor, entweder sind die Kids krank, ich bin krank oder habe zu viele Termine. Dennoch ist Sport mein Ausgleich und ich kann mich richtig auspowern, beides ist für mich super wichtig.

Ich trainiere meistens so jeden zweiten Tag, um mir einen Regenerationstag zu gönnen. Ich mixe zwischen Krafttraining, Hiit, Yoga und Laufen. Mir ist die Balance wichtig. Als Mama von zwei Kindern merke ich, dass mein Körper nicht mehr so gut mit hoch intensiven Trainingseinheiten klarkommt. Früher war das überhaupt kein Problem, mittlerweile werde ich davon aber ziemlich schnell krank. Also mache ich diese Trainings maximal 2x die Woche. Ich trainiere auch nie länger als eine Stunde – das reicht völlig aus. Früher hatte ich auch feste Trainingszeiten, mittlerweile ist das alles sehr flexibel. So wie es mein Zeitplan und die Kids eben zulassen.