„Der Junge wird niemals Sport machen können.“Kenny

Durch eine Kinderkrankheit verbrachte ich viele Jahre meiner Jugend mit teilweise eingegipsten Beinen, im Rollstuhl oder mit Schienen. Die Ärzte sagten zwar immer, dass ich niemals Sport treiben könne, trotzdem war genau dieser Umstand mein Zugang zum Sport. Ich war ein sehr aktives Kind und bin so, um mich auszupowern, zum Schwimmen gekommen. Dort fing alles an.
Durch das Schwimmen konnte ich mich fast vollständig von den Einschränkungen meiner Erkrankung erholen. Ohne Sport überwog der Schmerz – er hat mein Leben erst lebenswert gemacht.

Aus dem Schwimmen, um die Schmerzen zu vergessen, wurde irgendwann das Leistungsschwimmen und später sogar zusätzlich noch der Zehnkampf und American Football.
Dadurch hatte ich auch in relativ jungen Jahren schon meine ersten Berührungspunkte mit Athletik und Krafttraining. Ich habe schnell gemerkt, dass ich es durch meine Vergangenheit extrem schwer haben würde als Sportler meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Es hat für mich nie gereicht um ein Profi zu werden. Dadurch entstand der Wunsch andere Menschen, ob Hobbysportler oder Profi, zu motivieren und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Es ist schön, wenn jemand durch deine Arbeit wieder Spaß am Leben haben kann, weil er sich leichter durch selbiges bewegen kann.

Das Schönste an meinem Job? – Jeder Tag!

Ich habe nach meinem Schulabschluss eine Ausbildung zum Sport und Fitnesskaufmann begonnen. Mir war zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass diese Ausbildung alleine nicht ausreichen wird, um das zu tun, wo ich hinwollte und heute bin. Ich habe mich parallel immer weitergebildet, war neugierig und habe Expertise gesammelt. Wahrscheinlich werde ich ein Leben lang in Aus- und Weiterbildung sein – das wird mit Sicherheit nie aufhören.

Jetzt bin ich Personal Trainer. Was ich daran liebe, sind die Geschichten, die man zusammen schreibt, die Fortschritte jedes einzelnen. Ich erinnere mich zum Beispiel daran, wie der 8-jährige Sohn einer Kundin überglücklich zu mir kam und mir erzählte, dass seine Mutter nun wieder fast 8 Stunden durchschlafen konnte. Das ist ein wunderbares Gefühl so einen positiven Einfluss auf andere Menschen zu haben und gemeinsam solche Erfolge zu erarbeiten und zu feiern.

Wahrscheinlich kommt mir dabei auch meine eigene Erfahrung durch die Erkrankung zugute. Ich weiß wie es ist, wenn eigentlich nichts mehr geht. Wenn man keine Lust hat. Abgekämpft ist. Ich kann mich sehr gut in meine Kunden hinein versetzen.
Fehlt es einem mal wieder an Motivation, halte ich ihnen meist einen Spiegel vor. Sprich, wenn jemand wieder rumjammert, dann bringt das ja niemanden weiter. Dann jammer ich halt auch lautstark rum. Klappt in 90% der Fällen. Danach geht es immer in einer positiven Stimmung weiter.
Die 10%, bei denen es nicht funktioniert, haben meist weit mehr als nur ein Motivationsproblem. Da hilft auch kein Spiegel sondern nur zuhören und zusammen gegebenenfalls eine Lösung finden.

Es gibt kein Geheimrezept, um jemanden von jetzt auf gleich motivieren zu können. Ich bin auch kein Zauberer. Aber ein bisschen Motivation schlummert in jedem von uns. Man muss als Trainer nur den richtigen Träger finden, den richtigen Denkanstoß geben. Vielen hilft es nicht zwingend mit dem klassischen Fitness Training anzufangen, wenn man vorher nichts mit Sport am Hut hatte, sondern mit einer Sportart zu starten. Der Trick ist die Anstrengung immer mit Spaß zu verbinden und nicht zu engstirnig an die Sache ranzugehen.

Der Sport hält mich zusammen.

Sport hat immer eine große Rolle gespielt. Auch, wenn die Motivation nicht immer riesig ist, merke ich, dass mir Sport und vor allem Bewegung gut tut. Privat bin ich aktuell im Krafttraining angekommen. Trainiere meist die großen Drei: Kniebeuge, Kreuzwehen, Bankdrücken. Ansonsten alles, was dazugehört. Ich muss auch keine großen Gewichte bewegen, obwohl es mich natürlich auch des öfteren reizt schwer zu ballern.

Ernährung ist in meiner Branche ein großes Thema. Ich persönlich ernähre mich nur funktional. Also so, dass ich an mein gestecktes Ziel komme. Wenn es dabei noch schmeckt, ist es natürlich super. Wenn ich kein körperliches oder leistungsorientiertes Ziel habe, muss es vor allem schmecken ohne eine gesunde Lebensweise zu vergessen.